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Buchprojekt: „Luis kann (noch) nicht lesen"

In den letzten Wochen ist in der Leseförderung an der Warenbergschule etwas Besonderes entstanden. Schülerinnen und Schüler der Klassen 2a und 2b beschäftigten sich gemeinsam mit dem Buch „Luis kann (noch) nicht lesen" von Heike Becker, begleitet von Lerntherapeutin Susanne Seyfried.

Das Buch erzählt von Luis, dem Lesen schwerfällt. Er erlebt Unsicherheit, Ausgrenzung und das Gefühl, nicht so zu sein wie die anderen. Genau das wurde zum Ausgangspunkt für echte Gespräche: Was braucht man eigentlich, um gut lesen zu lernen? Wie fühlt es sich an, wenn etwas noch nicht klappt und andere das sehen? Die Kinder hörten zu, dachten nach und sprachen offen über Dinge, die sonst selten Raum bekommen.

Ein besonderer Moment war ein kurzer Text, der rückwärts geschrieben war. Die Kinder sollten ihn lesen und erlebten selbst, wie anstrengend und frustrierend das sein kann. Plötzlich war Luis kein fremdes Kind mehr.

Dann schrieb jedes Kind Mutmachsätze für Luis: persönlich und einfühlsam. „Ich finde toll, dass du trotzdem weiter kämpfst." „Du bist nicht dumm, weil du dir Mühe gibst." Die Kinder wollten, dass Luis diese Sätze wirklich bekommt, also wurden sie an die Autorin Heike Becker geschickt. Heike Becker hat mit einer wunderbaren Postkarte für jeden Schüler geantwortet.

Außerdem überlegten die Kinder gemeinsam: Wie könnte Luis' Geschichte weitergehen? Ein Schüler malte Luis als Erwachsenen, als Feuerwehrmann, der die Schule rettet. Die Schule hatte ihn einst gerettet. Jetzt war er dran. Diese Bilder sagten mehr als jede Erklärung.

Die Wochen mit Luis haben Spuren hinterlassen: Ein Schüler, der das Lesen sonst eher meidet, wollte plötzlich gar nicht mehr aufhören. Ein anderer schrieb so viel wie noch nie. Kinder, die sonst still bleiben, brachten sich ein, zeichneten, dachten mit und machten Mut.

Zum Abschluss bekam jedes Kind das Luis-Buch geschenkt, als Erinnerung an ein Projekt, bei dem aus Schülern Mutmacher wurden.